St. Michael

 
 
 
Der älteste spätgotische Flügelaltar im Bereich Karlsruhe befindet sich in der St. Michael-Kirche in Karlsruhe Beiertheim.
 
Man sieht dem 1965 konsekrierten, modernen Betonbau nicht an, welchen Schatz er in seinem Inneren birgt. Erstmals erwähnt wurde der Altar in einem Inhaltsverzeichnis der St. Michaelskapelle im Jahr 1535. Außer den unterschiedlichen liturgischen Gegenständen wurde ein „Altar unserer lieben Frouwen“ aufgeführt, welcher höchstwahrscheinlich in einer Straßburger Werkstatt hergestellt wurde.
 
Im linken Flügel des spätgotischen Altars ist die Jahreszahl „1523“ zu lesen. Im Schrein befinden sich die aus Lindenholz geschnitzten Figuren der Gottesmutter Maria mit Kind, des Erzengels Michael und des heiligen Wendelin. Vermutlich wurden die Schnitzarbeiten von Hans Wydyz, einem in Straßburg und Freiburg arbeitenden Bildhauer ausgeführt.
 
Vom Maler der unterschiedlichen Heiligen auf den vier Altarfllügeln (2 Dreh- und 2 Standflügel) ist außer dem Monogramm LF nichts bekannt.
Den II. Weltkrieg überdauerte dieser besondere Kunstschatz ausgelagert in Moosbronn im Keller eines Privathauses.
In der 1915 eingeweihten Notkirche befanden sich Teile des auseinandergebauten Altars. Erst nach dem Neubau der heutigen St. Michael-Kirche wurde er umfassend saniert und wieder in der ursprünglichen Form zusammengesetzt.
Im Verlauf der zurückliegenden 500 Jahre wurde der Altar verschiedentlich restauriert; zwischenzeitlich steht eine erneute umfassende Sanierung an. Zuvor soll jedoch das 500-jährige Jubiläum würdig begangen werden.
 
Am 23. September um 19.30 Uhr findet im Rahmen des Patroziniums und des Pfarrfestes von St. Michael eine Feierstunde in der St. Michael-Kirche statt. Am 24. September finden nachmittags Führungen und Erklärungen des Altars statt. Über das ganze Fest wird eine kleine Ausstellung mit Detailaufnahmen des Altars in der Kirche zu sehen sein.
 
 
 
 
Pfarrkirche St. Michael Karlsruhe-Beiertheim
Gebhardstraße 44
76135 Karlsruhe
Kontaktdaten:
Tel.: 0721 / 957847-0
  

St. Michael

Gebhardstraße 44
76135 Karlsruhe
  
 
Historie von St. Michael
"Burtan" - Beiertheim wurde im Jahre 1110 in einer Urkunde König Heinrich V erstmals erwähnt.
Übersetzt heißt es wohl:Unterstand in einer mit Gebüsch umstandenen Vertiefung,also ein Ort, an dem Hirten und ihre Herden Unterschlupf fanden.Dann gab es nur noch kärgliche Nachrichten über diesen Ort. Allerdings hängen die Geschichte Beiertheims und die von Bulach eng aneinander, auch wenn die Alb als Grenze dabei immer wieder beide Gemeinden zum Zankapfel zwischen dem katholischen Haus Baden-Baden und den evangelischen Markgrafen von Baden-Durlach machte. Beiertheim, dessen Gemarkung einst bis zum Ettlinger Tor reichte, verlor durch die Gründung der Stadt Karlsruhe im Laufe der Geschichte immer mehr an Gebiet. Am 1.1.1907 wurde dann Beiertheim ein Teil der Stadt Karlsruhe.Beiertheim besaß an der Stelle, wo heute die Turnhalle der Grund- und Hauptschule Beiertheim steht, eine Kapelle, die dem Heiligen Michael geweiht war. Gotteshäuser, die dem heiligen Michael geweiht waren, waren in früherer Zeit häufig Friedhofskapellen. Die wechselhafte Geschichte zwischen Verfall und Renovation ist auch eine Geschichte der wirtschaftlichen Möglichkeiten und dem Auf und Ab Beiertheims und seiner Zeit als Filialgemeinde von Bulach.Im Jahre 1911 kam das erzbischöfliche Ordinariat dem Bemühen der Beiertheimer Bürger entgegen, in dem es die Kuratie Karlsruhe - Beiertheim umschrieb und die Gemeinde mit einem eigenen Seelsorger versah. Im Februar 1914 wurde dann der Bau einer Notkirche vereinbart, die früher auf dem Gelände der heutigen AWO-Verwaltung Ecke Gebhard- u. Hohenzollernstraße stand.
Die Michaelskapelle erlitt 1944 einen verhältnismäßig leichten Bombenschaden. Man überließ sie aber dem Spiel von Wind, Regen und Sonne, so daß die Reste 1957 nur noch abgerissen werden konnten. Der Wunsch nach einer "richtigen" Kirche verstummte aber nie. Weltwirtschaftskrise, der 2. Weltkrieg und der Wiederaufbau verschlangen viel Geld. 1962 wurde jedoch der Kirchenneubau in Angriff genommen und 1965 konnte Weihbischof Karl Gnädinger die erste Kirche im Stil des II. Vatikanischen Konzils einweihen. Der mittelalterliche Altar der Michaelskapelle hat dort seine neue Heimat gefunden.